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Sie sah wunderschön aus. Sie war nun im Begriff ihn zu heiraten.
Jenen Mann, den ich so lange Zeit gefolgt bin. Blind gefolgt.
Wir beide, sie und ich, haben stetig einen Kampf geführt.
Einen stillen Kampf. Ein Kampf um sein Herz. Und am Ende des Kampfes ist mir eins klar geworden.
Es hätte mich nicht heftiger treffen können. Diese Erkenntnis. Es traf mich heftiger als jeder Faustschlag und jeder Kuss zugleich. Ich hatte nur um ihn gekämpft, weil sie es tat.
Und sie hatte nur um ihn gekämpft, da ich es tat.
Es war ein ewiger Teufelskreis. Und am Ende hatte er sich für sie entschieden.
Ich hatte nie wirklich mehr empfinden können als Freundschaft.
Zumindest nicht für ihn. Ganze vier Jahre hat es gebraucht, bis ich das verstanden hatte.
Ganze vier Jahre hat es gedauert bis ich ihm endlich die Chance gab zu der Frau zu gehen,
die er wirklich liebte.
Und doch tat es weh sie so zu sehen. So einig und vereint.
Noch vor ein paar Monaten hätte ich gedacht, dass ich dort jetzt an ihrer Stelle stehen müsste.
Das ich jetzt die jenige sein müsste, die ihn küsste.
Das ich die jenige sein müsste, die von ihm beschützt werden durfte.
Doch ich habe eingesehen, dass ich ihn nie wirklich geliebt habe.
Es war immer dieser dumme Konkurrenzkampf.
Ein Kampf, den nur sie gewinnen konnte. Und ich gönnte ihr den Sieg aus vollem Herzen.
Ja, es war schmerzhaft dieses Paar anzusehen und zu merken,
dass sich dort zwei gesucht und gefunden haben.
Und ich war lange Zeit ein einzig artiger Störfaktor.
Nicht sie war die jenige die sich zwischen uns gedrängt hatte,
sondern ich diejenige die sich zwischen die beiden gedrängt hatte.
Ich war das schwarze Schaf, die falsche Schlange, das eifersüchtige Etwas.
Ich habe ohne Rücksicht auf Verluste alles getan, um sie vor ihm bloßzustellen.
Und damit habe ich genau das erreicht, was ich immer verhindern wollte.
Das die beiden zusammen kämen.
Als ich die ‚Erleuchtung' erhielt, war es bereits viel zu spät.
Ich habe mir seinen Unmut zugezogen.
Musste zusehen wie unsere ‚Freundschaft' langsam aber sicher zerbrach.
Und ich hatte nicht die Möglichkeit diesen Prozess aufzuhalten.
Er sagte ein Mal zu mir: ‚Ich werde dich immer beschützen,
aber du kannst nicht von mir verlangen, dass ich mich hier und jetzt entscheide.'
Ich hatte ihm zu diesem Zeitpunkt ein Ultimatum gestellt. Hatte ihm gesagt entweder sie oder ich.
Und er hatte sich für sie entschieden.
Und ich habe ihm dabei geholfen. Ich bin glücklich so wie es gekommen ist.
Denn es ist das Beste so. Für alle. Und vor allem für mich.
Ich weiß es klingt egoistisch, aber so habe ich endlich den Kopf frei für wichtigere Dinge.
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